Erstattung Pflegehilfsmittel

Pflegebedürftige mit einem anerkannten Pflegegrad haben Anspruch auf kostenlose Hilfsmittel. Die Pflegeversicherung erstattet Pflegehilfsmittel in Höhe von 40 Euro pro Monat.

In der Pflege von pflegebedürftigen Menschen kommen täglich Hilfsmittel zum Einsatz. Neben spezifischen Hilfsmitteln wie einem Rollstuhl, Rollator oder Krücken, die einem Pflegebedürftigen die Mobilität im Alltag erleichtern, sind das in erster Linie die sogenannten Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Einmalhandschuhe, Binden, Bettschutzeinlagen und Mundschutze können in der Regel nur einmal verwendet werden und müssen nach dem Gebrauch entsorgt werden.

Die Anschaffung solcher Pflegehilfsmittel ist mit Kosten verbunden, von denen sowohl pflegende Angehörige als auch professionelle Pflegedienste betroffen sind. Wird ein pflegebedürftiger Versicherungsnehmer zuhause von Angehörigen oder einem Pflegedienst gepflegt, müssen die Pflegehilfsmittel zum Verbrauch in Höhe von 40 Euro im Monat nicht bezahlt werden. Die Pflegeversicherung übernimmt die Kosten bis zu diesem Betrag. Voraussetzung dafür ist neben einem anerkannten Pflegegrad, dass die Pflege in einem häuslichen Umfeld stattfindet.

Was sind Pflegehilfsmittel zum Verbrauch?

Der Begriff „Pflegehilfsmittel zum Verbrauch“ ist gesetzlich definiert und kann im Elften Sozialgesetzbuch (SGB XI) nachgelesen werden. Dort ist auch verzeichnet, welche Pflegehilfsmittel unter diesen Begriff fallen und von der Pflegekasse erstattet werden. Es handelt sich dabei um die sogenannte Produktgruppe 54, die im Pflegehilfsmittelverzeichnis detailliert aufgeführt ist. Zu den Hilfsmitteln, die nach einmaligem Gebrauch entsorgt und nicht wieder verwendet werden, gehören unter anderem:

  • Einmalhandschuhe für private Pflegepersonen
  • Mundschutz für private Pflegepersonen
  • Fingerlinge für private Pflegepersonen
  • Saugende Bettschutzeinlagen zum einmaligen Gebrauch
  • Schutzschürzen zum einmaligen oder mehrfachen Gebrauch
  • Flüssiges Händedesinfektionsmittel
  • Flächendesinfektionsmittel

Die meisten dieser Pflegehilfsmittel zum Verbrauch sind nicht für die pflegebedürftige Person, sondern für den pflegenden Angehörigen vorgesehen. Sie alle dienen dem Schutz der privaten Pflegeperson und sollen die Pflegesituation erleichtern. Lediglich Bettschutzeinlagen, die Flüssigkeiten wie Schweiß und Urin aufnehmen, sind direkt für den Pflegebedürftigen bestimmt.

Wer hat Anspruch auf die Erstattung von Pflegehilfsmitteln?

Erstattungsfähige Pflegehilfsmittel sind vom Gesetzgeber ausschließlich für die private Pflegesituation in einem häuslichen Umfeld vorgesehen. Lebt ein pflegebedürftiger Versicherungsnehmer dagegen in einem Pflegeheim oder einer Einrichtung für die Behindertenpflege, wird er dort in der Regel nicht von Angehörigen, sondern von professionellen Pflegekräften gepflegt.

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch werden in diesem Fall von der Einrichtung selbst für die Pflegekräfte zur Verfügung gestellt und gelten als laufende Betriebsmittel.

Lebt der Pflegebedürftige weiterhin in einem häuslichen Umfeld, besitzt einen Pflegegrad und wird von einer privaten Pflegeperson (Angehörige, Freunde, Bekannte) gepflegt, erstattet die Pflegekasse die oben genannten Pflegehilfsmittel monatlich in Höhe von maximal 40 Euro. Anspruch auf die Erstattung der Pflegehilfsmittel haben Pflegebedürftige auch dann, wenn sie die sogenannte Kombinationspflege in Anspruch nehmen, die sich aus der Betreuung durch eine private Pflegeperson sowie einen gewerblichen Pflegedienst zusammensetzt. Wird der Pflegebedürftige allerdings ausschließlich durch einen professionellen Pflegedienst betreut, muss der Pflegedienst diese als notwendige Betriebsmittel zur Verfügung stellen.

Erstattung der Pflegehilfsmittel durch die Pflegekasse

Wenn sämtliche Voraussetzungen für die Erstattung von Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch erfüllt sind, können Pflegebedürftige bzw. deren pflegende Angehörige die Erstattung bei der Pflegekasse beantragen. In der Regel ist bei den gesetzlichen sowie den privaten Pflegeversicherungen ein einmaliger Antrag auf die Erstattung notwendig.

Da jede Pflegekasse die Erstattung eigenständig handhaben kann, sollten Sie nach der Bewilligung eines Pflegegrads bei ihrer Pflegeversicherung nachfragen, wie die Erstattung abläuft. Viele Pflegekassen stellen die Information zudem auf ihrer Internetseite bereit. Ist die Erstattung der Pflegehilfsmittel einmal bewilligt, reicht es in der Regel aus, die Kaufbelege sowie eine Aufstellung der Kosten bei der Pflegeversicherung einzureichen. Alternativ zum Selbstkauf können die monatlichen Pflegehilfsmittel auch bei einem Lieferdienst bestellt werden. In diesem Fall muss der Pflegebedürftige sich um nichts kümmern, den der Lieferdienst übernimmt sämtliche Formalitäten und rechnet die Kosten für die Pflegehilfsmittel direkt mit der Pflegeversicherung ab.