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Pflegegeld versteuern2018-05-25T13:45:03+00:00

Prinzipiell ist Pflegegeld eine Einnahme. Aber muss es als solche auch am Jahresende versteuert werden? Denn Pflegegelder sind zwar keine klassischen Einkünfte, doch nicht jeder ist von der Steuer befreit.

Nach dem deutschen Steuerrecht müssen Einnahmen in Deutschland als Einkünfte versteuert werden. Grundsätzlich betrachtet fallen auch Pflegegelder unter den Begriff der Einnahmen. Als Versicherungsleistungen der Pflegekasse müssen sie jedoch nicht von jedem versteuert werden: Das Gesetz sieht für bestimmte Personengruppen sogenannte Steuerprivilegien vor.

Muss das Pflegegeld nicht versteuert werden, kann es vollständig in die Gewährleistung der Pflege einer pflegebedürftigen Person fließen, so wie es auch die Pflegeversicherung vorsieht. Denn sie zahlt das Pflegegeld an Pflegebedürftige mit dem entsprechenden Pflegegrad, um pflegende Angehörige zu entlasten.

Wer erhält Pflegegeld und wie lässt es sich von Pflegesachleistungen abgrenzen?

Das deutsche Pflegesystem sieht verschiedene Leistungen vor, die für die Pflege eines pflegebedürftigen Versicherungsnehmers in Anspruch genommen werden können. Dazu gehören monatliche finanzielle Mittel zur Sicherstellung der Pflege, die sich in das Pflegegeld, die Pflegesachleistungen und die Kombinationsleistungen aufteilen:

  • Pflegegeld wird an den Pflegebedürftigen gezahlt, damit er pflegende Angehörige finanziell entlasten kann.
  • Pflegesachleistungen werden mit einem ambulanten Pflegedienst abgerechnet, der die tägliche Grundpflege übernimmt.
  • Kombinationsleistungen verbinden Sachleistungen mit einem anteiligen Pflegegeld, wenn sich Pflegedienst und Angehörige die Pflege teilen.

Um Pflegegeld oder andere Leistungen zu erhalten, muss der Versicherungsnehmer von der Pflegeversicherung als pflegebedürftig eingestuft werden und einen der Pflegegrade 2, 3, 4 oder 5 besitzen. Anders als die Pflegesachleistungen wird es direkt an den Pflegebedürftigen ausgezahlt und kann daher im Sinne einer Einnahme auf dem Konto verbucht und weitergegeben werden. Die Sachleistungen dagegen werden als Dienstleistung direkt zwischen Pflegekasse und Pflegedienst abgerechnet und erscheinen somit auch nicht als Einnahme.

 
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Wann muss Pflegegeld nicht versteuert werden?

In einigen Fällen muss das Pflegegeld wie eine normale Einnahme versteuert werden, in anderen dagegen nicht. Bestimmte Personen bzw. Personenkreise fallen unter das sogenannte Steuerprivileg – sie müssen das Pflegegeld nicht versteuern.

Zum Beispiel ist das Pflegegeld für den Pflegebedürftigen selbst steuerfrei, da es zu den Sozialleistungen zählt. Diese müssen in Deutschland nicht versteuert werden.

Auch pflegende Angehörige, die das Pflegegeld als Entgelt für die Pflege erhalten, müssen das Pflegegeld unter einer Voraussetzung nicht versteuern: Das gilt nur, wenn sie keine weitere Vergütung für die Pflege des Versicherungsnehmers bekommen. Als Angehörige gelten in diesem Sinne der Ehepartner, Lebenspartner oder Verlobte sowie Angehörige des ersten und zweiten familiären Grades: Geschwister, Eltern, Kinder, Neffen und Nichten, Onkel und Tanten, Schwager und Schwägerin. Auch Pflegeeltern und Pflegekinder werden als Angehörige anerkannt.

Darüber hinaus besteht ein Sonderfall, der jedoch in einer Grauzone liegt. So können auch Personen, die nicht mit dem Pflegebedürftigen verwandt sind, sich aber sittlich bzw. moralisch verpflichtet fühlen, die Pflege zu übernehmen, von dem Steuerprivileg profitieren. Damit eine solche sittliche/moralische Verpflichtung als solche anerkannt werden kann, muss eine sehr enge Beziehung zwischen der Pflegeperson und dem Pflegebedürftigen bestehen. Als persönliche Auslegungssache ist dies aber nicht leicht zu bescheinigen – allerdings kann die sittliche Verpflichtung vom Finanzamt bestätigt werden.

Wer muss Pflegegeld versteuern?

Wer nicht unter die Regelung der Steuerfreiheit fällt, ist verpflichtet, das Pflegegeld in seiner Steuererklärung als Einnahme anzugeben und mit seinem festgelegten Steuersatz zu versteuern. Dabei handelt es sich in erster Linie um Personen, die den Pflegebedürftigen als private Pflegeperson betreuen, aber weder mit ihm verwandt sind noch der sittlichen/moralischen Verpflichtung unterliegen. Sie müssen das erhaltene Pflegegeld in der Einkommensteuererklärung angeben und versteuern.

Wird die Pflege privat durchgeführt, aber ein Arbeitsvertrag zwischen dem Pflegebedürftigen und der Pflegeperson geschlossen, muss das erhaltene Pflegegeld als Einnahme versteuert werden. Betroffen von dieser Regelung sind sowohl private als auch examinierte Pflegekräfte.

Erhalten Angehörige mehr Geld für die Pflege als das Pflegegeld von der Pflegeversicherung umfasst, müssen sie es ebenfalls bei der Steuer angeben.